19.09.2012Erster Bericht der PPP-Stipendiatin Svenja Vitt"Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten"
Svenja Vitt mit ihrer Gastfamilie
Am 16. August hat für mich das größte Abenteuer meines Lebens begonnen. 427
Tage nachdem ich meine erste Anmeldung für das PPP-Stipendium ausgefüllt hatte,
stand ich nun endlich am Frankfurter Flughafen. Das erste Ziel war Washington
D.C., wo die anderen PPP-Stipendiaten, die von Experiment e.V. betreut werden,
und ich ein zweitägiges Vorbereitungsseminar hatten. Durch die Zeitverschiebung
und das volle Programm wurden dies zwei sehr anstrengende Tage, in denen ich
aber trotzdem sehr viel Spaß hatte. Programmpunkte waren zum Beispiel der
Besuch des Jefferson Memorials, des Weißen Hauses, des Museums für
Amerikanische Geschichte und ein kurzes Interview im State Department. Ich fand
es sehr gut, dass wir in Washington D.C. die Möglichkeit hatten, das Land auch
von seiner politischen und historischen Seite besser kennenzulernen.
Am 18. August ging es für mich und drei weitere Stipendiaten weiter nach
Atlanta, wo wir von unseren Gastfamilien abgeholt wurden. Ich wurde sehr
herzlich mit einem Willkommensschild empfangen, und war einfach nur froh,
angekommen zu sein.
Mein neues zu Hause liegt etwa eine Stunde von Atlanta entfernt. Ich lebe bei
einer Familie mit fünf Kindern, wovon drei schon ausgezogen sind und das
College besuchen. Zu Hause wohnen meine Gasteltern mit ihren beiden jüngsten
Kindern Sarah (10) und Joseph (13). Mit der ganzen Familie verstehe ich mich
sehr gut und habe immer eine Menge Spaß mit ihnen.
Meinen ersten Schultag hatte ich am Montag den 20.August. Anfangs war ich erst
mal von allem verwirrt - der Sprache, dem Schulgebäude, dem Schulsystem. Nach
ein paar Tagen hatte ich mich aber recht gut eingefunden, und es wird von Tag
zu Tag besser.
Faszinierend war für mich zu sehen, was Sport an einer High School bedeutet.
Freitags geht beinahe die ganze Schule zum Football-Spiel und feuert an, was
das Zeug hält. Was man hier erlebt ist wahrer Teamspirit.
Mit großer Gespanntheit blicke ich schon auf die Präsidentschaftswahl im
November. Es ist sehr interessant zu sehen, was Politik in den USA für die
Menschen bedeutet, und wie sehr die Menschen daran auch interessiert sind. Wer
die Wahl gewinnt, bleibt abzuwarten, aber es wird auf jeden Fall sehr spannend
werden.
Leider vergeht die Zeit hier viel zu schnell. Trotzdem genieße ich all die
schönen Momente und freue mich jeden Tag Neues kennenzulernen. Ich bin sehr
dankbar, die Erfahrung, in einem anderen Land zu leben, es nicht nur zu
besuchen, machen zu dürfen.
Ich hoffe, auch weiterhin eine gute Zeit zu haben und werde mich bald wieder
melden.